Technik der erweiterten inguinalen Krossektomie (Gefässchirurgie 2009; 14: 391-395)
Zusammenfassung Die Wertigkeit der inguinalen Krossektomie ist durch Berichte über sehr hohe Rezidivraten, bedingt durch operationstechnische Fehler und durch Neoangiogenese, in die Diskussion gekommen. In einem Venenzentrum mit einer jährlichen Frequenz von 700-750 inguinalen Krossektomien wurde dieser Operationsschritt durch Erweiterungen in Hinblick auf die Verhinderung eines möglichen Krosserezidivs modifiziert. Die Abnaht aller inguinalen Äste aus der tiefen Beinvene mit nicht resorbierbarem Faden, die Verschorfung allen freiliegenden Endothels der zentralen Venenstümpfe und die Rekonstruktion der tiefen Faszie als zusätzliche Barriere erfordern kaum einen operationstechnischen Mehraufwand und zeigen nach durchschnittlich 5 Jahren Nachbeobachtung sehr gute Ergebnisse in Hinblick auf die permanente Abdichtung des Leistenrefluxes. Die Strategie, technische Fehler zu vermeiden und operative zusätzliche Maßnahmen zu setzen, um der Neoangiogenese vorzubeugen, erscheint uns als gangbarer Weg, die chirurgische Therapie der Varikose in neue Zeiten hinüberzuführen.
Die Krossektomie ist erforderlich ! (Phlebologie 2009; 38: 99-102)
Zusammenfassung Neovaskulate können das Operationsergebnis nach Krossektomie der Vena saphena magna beeinträchtigen. Basierend auf duplexsonographischen Untersuchungen wurden Neovaskularisationsraten von über 60% beschrieben und damit die Frage aufgeworfen, ob die Krossektomie überhaupt geeignet ist, Varizenrezidive aus der Leiste zu verhindern. Anhand von histopathologischen Untersuchungen exstirpierter Leistenrezidive wurde geprüft, ob die Neovaskularisation tatsächlich die Hauptursache für die Entwicklung von sapheno-femoralen Rezidiven ist. Patienten, Methoden: An der deutschlandweiten Multizenterstudie waren 419 konsekutive Patienten mit klinisch relevanten Leistenrezidiven an 458 Extremitäten beteiligt. Die Rezidivgefäße wurden in standardisierter Weise exstirpiert und nach histopathologischen Kriterien einer Rezidivursache zugeordnet. Ergebnisse: 427 Präparate (93%) standen zur histopathologischen Analyse zur Verfügung. In 69 Fällen (16,2%) war eine Neovaskularisation die Rezidivursache. 311 Präparate (72,8%) wiesen einen lang belassenen Saphenastumpf auf, wovon 32 (7,5%) mit einem Neovaskulat im Bereich der Ligaturstelle kombiniert waren. 29 Präparate (6,8%) zeigten einen venösen Seitenast. In 11 Fällen (2,6%) war im Präparat kein repräsentatives Venenmaterial vorhanden und in 7 Fällen (1,6%) war es anhand der histopathologischen Kriterien nicht möglich, die Rezidivursache eindeutig festzustellen. Schlussfolgerung: Die in verschiedenen duplexsonographischen Studien beschriebenen hohen Neovaskularisationsraten konnten nicht bestätigt werden. Rezidive sind überwiegend die Folge einer technischen falschen Operation mit Belassen eines langen Saphenastumpfes. Nach technisch korrekter Krossektomie kommt es offenbar nur selten zu eine klinisch relevanten Rezidiv. Diese Beobachtung unterstreicht die Notwendigkeit einer bündigen Ligatur der Vena saphena magna gemäß geltender Leitlinien.