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Studie der Seiter-Klinik 2010 zum Thema: Wie gehen Männer mit Krampfadern um?
Ausgangssituation
Jährlich sterben in Deutschland ca. 500.000 Menschen an einer Lungenembolie. Die Ursache jeder Lungenembolie sind sogenannte venöse Thromboembolien, als Folge eines krankhaft veränderten Venensystems. Bei diesen krankhaften Veränderungen handelt es sich überwiegend um Krampfadern (Varikosis). In einer Studie der Universität Genf (Robert-Ebadi, H. et al. 2010) zeigte sich, dass genau so viele Männer wie Frauen an einer Lungenembolie sterben, obwohl fast doppelt so viele Frauen wie Männer von Krampfadern betroffen sind.
Sind Krampfadern bei Männern daher „gefährlicher“, oder sind für diese Ergebnisse andere Faktoren verantwortlich?
Eine Datenanalyse des Robert-Koch-Institutes (PDF-Datei) ergab, dass, obwohl mehr Frauen als Männer Krampfadern haben, schwerwiegende Krampfaderbefunde bei Männern genau so häufig vorkommen wie bei Frauen. 20% mehr Frauen als Männer haben Thrombosen. Die Ursache für die Gleichverteilung der Lungenembolien kann also nicht biologischer Natur sein.
Gehen Männer möglicherweise anders mit der Krampfader-Erkrankung um als Frauen?
Zur Klärung dieser Frage hat die Seiter-Klinik im Zeitraum vom 01.05. bis 31.07.2010 insgesamt 3174 Patienten einem speziellen Interview unterzogen (1904 Frauen, 1270 Männer; Alter 17-89 Jahre).
Ergebnis
Es stellte sich heraus, dass Männer in der Regel viel später zur Erstuntersuchung gehen als dies Frauen tun. Während Frauen bereits bei ersten optischen Anzeichen (wie z.B. Besenreiser) einen Facharzt aufsuchen warten Männer häufig bis die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten ist und sie massive Beschwerden und/oder Komplikationen haben. In vielen Fällen suchten die betroffenen Männer nur nach Aufforderung durch ihre Partnerin einen Arzt auf.
Die ausführlichen Ergebnisse können Sie hier einsehen: PDF-Datei.
Schlussfolgerung
Biologische Unterschiede sind nicht entscheidend. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verhaltensweise! Männer vermeiden selbst bei ausgeprägten Krampfadern oftmals einen notwendigen Arztbesuch und setzen sich damit einem hohen Thrombose- und Lungenembolie-Risiko aus.
Was ist zu tun?
Den betroffenen Männern müssen die Schwellenängste genommen werden. Es muss ein Bewusstsein für die Brisanz von Venenerkrankungen geschaffen werden. Dabei muss in erster Linie an die Eigenverantwortung der Männer appelliert werden, damit diese sich zuverlässig und kontinuierlich mit dieser chronischen, voranschreitenden Erkrankung auseinander setzen.
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